Als Erfolg auf ganzer Strecke wertet der Veranstalter die Internationale Modellbauausstellung in Köln. An den vier Tagen seien insgesamt 65.000 Besucher gezählt worden. Darin eingerechnet sind auch die Besucher des Kölner Echtdampftreffens, von „mein Steckenpferd“ und „Lego Fanwelt“, die parallel  in den Messehallen stattfanden. Mit dem Erfolg konnte die Messe Sinsheim nach eigenen Angaben den negativen Trend der letzten Jahre umkehren: „Die  Internationale Modellbahn-Ausstellung 2010 in Köln hat mit der letzten Weiche vor dem Abstellgleis den negativen Trend verlassen und nimmt wieder Fahrt in Richtung Erfolgsspur auf.“ Insgesamt präsentierten sich 120 Firmen aus 13 Ländern bei der Fachausstellung, die alle zwei Jahre in Köln stattfindet. Im Vergleich zum Vorjahr war die Fläche nach Angaben von Ausstellern verringert worden.

„Es sind nach unser Wahrnehmung mehr Menschen gekommen“, berichtet etwa Sven Linden, der eine positive Bilanz zieht. Wie für ihn, ist die Ausstellung inzwischen auch für viele andere Teilnehmer weniger eine Möglichkeit, die eigenen Produkte zu verkaufen, als vielmehr ein Marketinginstrument. „Es finden sich immer noch Besucher aus der Region, die uns nicht kennen“, sagt Linden, Inhaber des bekannten Fachgeschäfts.  Ähnliche Einschätzungen hätten auch andere Aussteller abgegeben, berichtet Andreas Wittur, Prokurist der Messe Sinsheim. Auch der hohe Anteil von Familien mit Kindern erfreue die Aussteller, die dies als Signal werten, dass es wieder ein wachsendes Interesse an Modelleisenbahnen gibt, so der Veranstalter. Die Branche profitiert hier offenbar von der breiteren Themenpalette in den Messehallen, die nicht nur Modellbahner anspricht. Im Sog von bunten Spielsteinen, Bastelutensilien und Modelltrucks entdecken Familien auch die Modellbahn neu. Ob dieser Trend von Dauer sein wird, zeigt sich spätestens in zwei Jahren, bei der nächsten IMA in Köln.

Mit Holz beladener Waldbahntruck

Mit Holz beladener Waldbahntruck

Mit ein wenig Verspätung traf vor ein paar Wochen das Paket von Champex-Linden ein. Inhalt: Ein Waldbahntruck, der von der Firma Zeunert gebaut und vom Nievenheimer Fachhändler vertrieben wird. Die sonnigen Herbsttage boten eine ideale Gelegenheit das Modell zu testen. Damit dies in einer angemessenen Umgebung passierte, wurde eine “amerikanische” Gartenbahnanlage gewählt.

Der ersten Eindruck beim Auspacken des Kartons fällt positiv aus. Die beiden Drehschemelgestelle sind sehr Detail getreu. Durch die Metallachsen liegen die beiden Zweiachser schwerer in der Hand, als man es nächst zuvermutet. Dies wirkt sich auch beim Praxistest auf den Gleisen aus. Zunächst müssen die beiden Drehschemel mit einer (beiliegenden) Kuppelstange zu dem Waldbahntruck zusammengefügt werden. Zudem liegen zwei Haken bei, mit denen die Flaschenöffnerkupplungen ergänzt werden können. Mehr Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand ist nötig, um die Metallketten an den Rungen zu öffnen, damit das Ladegut platziert werden kann. Beladen mit einigen “Baumstämmen” geht es auf die Strecke. Dort zeigen sich die Qualitäten des Modells.

Die Metallradsätze und das Gewicht der Ladung sorgen für einen sicheren Lauf des Modells. Und auch der Sound des typischen Klackens an den Schienenstößen lassen den Gartenbahner erfreut aufhorchen. Nach den ersten Proberunden folgt einer erster Fahrtrichtungswechsel. Bewährt sich der Waldbahn-Truck auch wenn er geschoben wird? Die erste Weiche nähert sich, deren Zunge von den kleinen Metallrädern aufgeschnitten werden muss. Keine Problem für das Modell, das sicher in der Spur bleibt. Fazit: Der neue Waldbahntruck hat diesen Praxistest erfolgreich bestanden und wird nicht nur den Fans amerikanischer Waldeisenbahnen sicherlich Freude bereiten. Auch der Preis des Modells ist mit knapp 50,- Euro angemessen.  Ein kleiner Haken ist die Kupplung. Gerade, wer mit amerikanischen Modellen fährt, wird die entsprechende Klauenkuppung vermissen. Diese lässt sich zwar mit handwerklichem Geschick nachrüsten, bremst aber ein wenig die schnelle Fahrfreude nach dem Auspacken.

Modellbahnfans aus ganz Europa werden vom 18. bis 21. November in Köln erwartet. Organisiert von der Messegesellschaft Sinsheim, startet dort eine der größten Ausstellungen in Europa. Zu sehen sind nach Infiormationen des Veranstalters, neben allen nahmhaften Herstellern auch zwölf Schauanlagen. Für Freunde der Gartenbahn wird  die Anlage der Spur II-Projektgruppe Härtsfeldbahn besonders interessant sein. Sie  kommt mit der Anlage “Aalen-Härtsfeldbahn” nach Köln. Auf der Anlage ist der Bahnhof Aalen, eine Kiesgrube mit Verladestation und ein weiterer Bahnhof zu sehen. Ein kleines “Kino” für die Besucher zeigt Videofilme vom Vorbild der Bahnstrecke. Parallel zum Messe findet traditionell auch das Kölner Echtdampftreffen statt.

Als Neuheit bringt Champex-Linden (CL) ab Ende Mai 2010 zwei Drehschemelwagen heraus, deren Vorbild auf vielen europäischen Waldbahnen zum Einsatz kam. Die “Waldbahn-Trucks” werden von ZT-Modellbahnen in Schwaben produziert und exklusiv von CL in Neuss-Nievenheim vertrieben. Die Wagen sind mit Metallradsätzen versehen. Ketten zwischen den Drehschemeln dienen der Lagegutsicherung.  Beide Wagen werden durch eine Kuppelstange verbunden. Die Kupplungen sind LGB-kompatibel. Der Preis für den Feldbahnwagen liegt bei knapp 50 Euro. Bei Bestellungen bis zum 30. April 2010 gilt ein Vorbestellpreis von 45,- Euro.

Waldbahn-Truck; Rechte: Champex-Linden

Waldbahn-Truck; Rechte: Champex-Linden

Seit November 2009 werden die ZT-Feldbahnwagen im Maßstab 1:22,5 von Champex-Linden verkauft. Zum Sortiment gehören neben den neuen Schemelwagen auch verschiedene Rungen- und Niederbordwagen, sowie eine Reihe von Ersatzteilen. Hinter ZT-Modellbahnen steht ein kleines schwäbisches Modellbahn-Unternehmen, das von Inhaberin Sabine Zeunert und ihrem Ehemann Martin betrieben wird. Martin Zeunert ist gelernter Werkzeugmacher der Fachrichtung Formbau und war sieben Jahre bei LGB beschäftigt. Zu den von ihm gestalteten Formen gehört unter anderem das LGBchen. Der Bau der Formen für die Feldbahnwagen liegt bereits einige Jahre zurück. Eine erste Serie entstand für einen früheren Verriebspartner. Nachdem die Lizenzrecht nun wieder bei Sabine  Zeunert liegen, konnte mit Champex-Linden ein neuer Vertriebspartner gefunden werden. Die Formen der Feldbahnwagen wurden zuletzt überarbeitet und das Sortiment mit CL abgestimmt.  Weitere Modelle sollen entstehen, wenn sich Angebot am Markt etabliert hat.

Der Spezialist für Modellbahntechnik aus dem Schwarzwald hat sein Kehrschleifenmodul überarbeitet. Nach eigenen Angaben wurde die Mikroprozessorsteuerung überarbeitet, um die Funktionssicherheit zu verbessern. So soll verhindert werden, dass verschmutzte Räder zu Fehlfunktionen des Moduls führen können. Das überarbeitete Modul kommt im April 2010 ohne Preisveränderung in den Handel.

Für die Brawa Damflok G4/5 (RhB) hat Dietz sich etwas einfallen lassen, um die Verdampferleistung zu erhöhen. Dazu wurde der Verdampfer modifiziert und die Tenderplatine erhielt einen neuen Steuer-Chip. Für das Tuning müssen Interessierte den Verdampfer und den Tender ihrer G4/5 einschicken. Elektronik-Experten können alternativ auch nur den Chip aus dem Tender ausbauen und zum Umprogrammieren einsenden.  Die Kosten für das komplette Update liegen laut Dietz bei Euro 59.–.

Ein interessanter Termin auch für Garteneisenbahner im Südwesten ist die Faszination Modellbau vom 25. bis 28.03.2010 in Karlsruhe. Nach dem Echtdampfhallentreffen die zweite Modellbau-Veranstaltung für die Messe Sinsheim am neuen Standort. Dort will der Veranstalter an den Rekord mit 55.000 Besuchern aus dem vergangenen Jahr anknüpfen. Vom Hauptbahnhof fährt deshalb nicht nur eine S-Bahn zur neuen Messe sondern auch ein Shuttlebus. Neben den Ausstellern bekommen Gartenbahner insbesondere die  Anlage der Spur II Projektgruppe Härtsfeldbahn zu sehen. Auf der Anlage ist der Bahnhof Aalen, eine Kiesgrube mit Verladestation und ein weiterer Bahnhof zu sehen. Erstmals zu sehen ist bei dieser Präsentation auch ein imposantes Viadukt. Videofilme vom Vorbild der Bahnstrecke können sich die Besucher in einem kleinen Kino angucken.

Den Schwerpunkt der Faszination Modellbau stellt 2010 aber der Schiffsmodellbau dar. Auf 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden rund 1.000 Schiffmodelle gezeigt. “Schlepper, Dampfboote und kraftstrotzende Powerboote in Aktion sorgen bei den täglichen Vorführungen auf dem Wasserbecken und auf dem Messesee im Freien für hohe Wellen und für Begeisterung beim Publikum”, schreibt die Messe Sinsheim GmbH hierzu in einer Pressemitteilung.

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Neuheit F7 mit "Bulldoggennase"

Mit den LGB-Neuheiten 2010 scheint Märklin wohl den us-amerikanischen Markt ins Blickfeld gerückt zu haben. Mit den Formneuheiten des amerikanischen Klassikers, der dieselelektrischen F7 werden sicherlich weniger die europäische Gartenbahner angesprochen. Weit größer wird das Interesse an diesen detailliert nachgearbeiteten Modellen der A- und B-Unit der F7 in der Ausführung der Santa Fe-Bahngesellschaft wahrscheinlich in Übersee sein. Passend dazu bringt LGB/Märklin noch vier Modelle von Streamliner-Personenzugwaggons heraus. Entsprechend der Lok-Units in einer Epoche-III-Ausführung.

Auch viele andere Neuheiten von LGB/Märklin dürften sich bei amerikanischen Fans großer Beliebtheit erfreuen, wo bei es hier auch in Europa viele erfreute Gartenbahner geben wird. An erster Stelle ist das rhätische Krokodil zu nennen, das in seiner grünen Farbgebung der Epoche III entspricht. Hinzu kommen weitere Neuheiten aus dem Bereich der RhB. So etwa verschiedene Personen und Güterzugwagen, die meist Formvariaten darstellen. Neu im Programm sind auch der Triebwagen ABe 4/4 33 und die Elektrolok G 4/4 II.

Eine weitere Formvariante stellt das Modell der SSB Dieselok Am 4/4 dar, als Abwandlung der V200 der DB, die an die Schweizerische Bundesbahn verkauft und dort vor Bauzügen eingesetzt wurden.

Aus dem Bereich der Deutschen Reichbahn stammen zwei neue Fahrzeuge: Den Wismarer Schienenbus vom Typ Hannover hat LGB/Märklin in der Formvariante der Epoche III neu aufgelegt. In Ausführung der Epoche IV erscheint das Modell einer DR-Neubaulok der Baureihe 99 72.

Weichen mit einem Radius von 210 Zentimetern ergänzen das Gleissortiment des Herstellers aus Herford. Damit sei das Gleissystem nahezu komplett erklärt, Trainline-Inhaber Meik Schröder, der sich in Nürnberg dem Fachpublikum präsentiert. Die Weichen sind sowohl als hand- wie auch elektrisch betrieben zu bekommen, wobei ein ebenfalls neuer Antrieb verwendet wird, der zugleich digitale Signale verarbeitet. Polarisierte Herzstücke sind ebenso Standard der neuen Weichen, die es mit Messing- und vernickelten Profilen gibt. Neu im Gleissortiment sind auch verschiedene 45-Grad-Kreuzungen, zum Beispiel für einen Hosenträger. Eine doppelte Kreuzungsweiche wird aber auch künftig nicht im Gleissystem von Trainline zu finden sein. Für den Herstellungsaufwand werde diese Weiche zu selten nachgefragt, erklärt Meik Schöder den Gartenbahnnachrichten.

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Neues Modell der HSB Personenwagen

16 Seiten umfasst der Produktkatalog von Trainline 45 für das Jahr 2010 insgesamt.  Zur Überraschung beinhaltet er nicht nur die bekannte Funksteuerung (Traincontrol) und das Gleissystem (Trainline), sondern auch einen kleinen Fuhrpark von Personenwagen-Modellen der HSB sowie einen der RhB. Bei der Mehrzugsteuerung gibt es das Master-Handsteuergerät künftig in einer modernen 2.4 Ghz-Ausführung. Dekoder für Loks und Funktionsgeräte sind ebenso auf die neue Funkfrequenz ausgelegt, die in vielen anderen Modellbaubereichen bereits den alten Frequenbereich ersetzt hat. Damit aber auch noch alte Dekoder angesteuert werden können, ist das neue Handsteuergerät zusätzlich mit einem 433MHz-Sender ausgestattet. Wer seine bereits mit einem DCC-Dekoder ausgerüsteten Loks künftig per Funk ansteuern will, kann einen neuen Funkdekoder einbauen, der die Digitalsignale aus dem Gleis ersetzt. Zu den Lieferterminen gab es auf der Messe noch keine Angaben.

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