Gerd Neumann und Lok Roxel

Gerd Neumann und Lok Roxel

Die Freude ist Gerd Neumann ins Gesicht geschrieben. Stolz steht er vor Roxel, dem Echtdampf-Modell einer kleinen Feldbahnlok, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg zum Abtransport der Trümmerberge auch in Münster eingesetzt wurde. Das ist die Heimatstadt von Neumann, der dort eine Werkstatt für Feinmechanik und Optik hat – im Stadtteil Roxel. Vor einem Jahr leistete er sich eine neue Fräsmaschine. Um deren Funktionen bis ins kleinste Detail kennenzulernen, benötigte er ein Muster, mit dem er experimentieren konnte. „Zuerst war es nur eine abgefahrene Idee, aber dann dachte ich, der Bau einer Echtdampflok wäre das richtige Projekt“, erinnert sich der Münsteraner. Zum Ausgleich für viele Stunden Arbeit am Computer wollte er sichzudem einen handwerklichen Ausgleich schaffen. Mehr als 400 Arbeitsstunden später steht Roxel auf den Gleisen einer der Schauanlagen in Halle eins in Karlsruhe. Am Ende wurde es dann doch noch eng. Die Ätzschilder kamen erst drei Tage vor Veranstaltungsbeginn. Nun ist aller Stress vergessen und Neumann bewundert sein Werk.

In Roxel stecken 400 Stunden arbeit

In Roxel stecken 400 Stunden arbeit

Die Geschichte seines Lokomotivbaus hat er in einem kleinen Fotoalbum verewigt, das an diesem Wochenende schon durch viele Hände gegangen ist. Jeder Baufortschritt ist dokumentiert, vom Löten der Bleche über die Montage der Zylinder bis zum Lackieren des fertigen Modells. Das bringt dem Münsteraner unter den Besuchern viel Bewunderung ein. Bewundert wird Neumann auch von seinem kleinen Sohn. Auf ein Wiedersehen freut er sich nach drei Tagen in Karlsruhe. „Dieses Jahr war er noch zu klein, aber nächstes Mal bringe ich ihn vielleicht auch mit“, sagt Neumann, dessen Sohn sich auch schon für das kleine schnaufende Gefährt interessiert. Die Tage beim Echtdampf-Hallentreffen waren für den Lokbauer aus Münster voller wertvoller Erfahrungen. Vor allem die Gespräche mit den vielen anderen Echtdampf-Bahnern haben ihm gefallen, weil dabei eine Menge praktisches Wissen vermittelt worden sei. Die Kontakte zu den Usern des Buntbahnforums will er dennoch nicht missen. Von dort hatte er auch die Pläne für seine Echtdampf-Feldbahnlok bekommen. Vom Dampf infiziert, überlegt Neumann bereits, ob er im nächsten Jahr neben seinem Sohn noch eine neue Dampflok mitbringen sollte.

Fotos dokumentieren die Arbeitsschritte

Fotos dokumentieren die Arbeitsschritte

Echtdampf in Karlsruhe 2011

Echtdampf in Karlsruhe 2011

Zum zweiten Mal fand das Echtdampf-Hallentreffen vom 14. bis zum 16. Januar 2011 in der Messe Karlsruhe statt. Heiter bis wolkig war nicht nur das Wetter, sondern auch die Stimmung unter Besuchern, Teilnehmern und Ausstellern. Während die Witterung im Vorjahr noch für weniger gute Besucherzahlen sorgte, sahen einige Aussteller einen steigenden Trend. 20.000 Menschen kamen laut Veranstalter Messe Sinsheim in diesem Jahr zum Echtdampfevent. Neben den überwiegend eingefleischten Echtdampf-Fans tummelten sich auch zahlreiche Interessierte in den beiden Messehallen und blickten erstaunt auf die Vielfalt dampfbetriebener Fahrzeuge. Auch wenn das Flair von Sinsheim nicht übertragbar war, bilden sich verschiedene Vorzüge der Karlsruher Messehallen heraus. Vor allem die Höhe der Hallen wird von den Ausstellern als Gewinn betrachtet. Ausbaufähig ist dagegen die Vernetzung von Verkauf und Schauanlagen, insbesondere der großen Spurweiten, die wieder in der Halle 2 untergebracht waren. Hier hätten sich Aussteller und Besucher eine Verbindung gewünscht, damit sich auch neben den Ständen mehr Dampf breitmacht.

Neben vielen alt bekannten Ausstellern und Teilnehmern gab es auch dieses Jahr wieder einige Neulinge und Neuheiten beim Echtdampfhallentreffen. Einige davon werden die Gartenbahnnachrichten in den nächsten Tagen vorstellen.

Vom 14. bis 16. Januar 2011 findet zum zweiten Mal das “Echtdampf-Hallentreffen” in der Messe Karlsruhe statt. Nach Angaben des Veranstalters “Messe Sinsheim” ist dies die weltweit größte Ausstellung für Dampfmodellbau. Gezeigt werden rund 1.000 Dampflokomotiven, stationäre Dampfmaschinen, Dampfschiffe und dampfbetriebene Straßenfahrzeuge. Die Halle 2 ist für die 5 Zoll und 7 ¼ Zoll-Kombianlage reserviert. Ergänzt werde die weltweit größte Hallenanlage durch drei Drehscheiben in Aktion, Containeranlage, Karussell, maßstabsgerechte Stadthäuser, vier Schiebebühnen auf der 5 Zoll Anlage und eine Schiebebühne auf der kombinierten 5 Zoll und 7 ¼  Zoll Anlage, so “Messe Sinsheim”. Die Tageskarte kostet für Erwachsene 12,- Euro, eine Zwei-Tages-Karte 22,- Euro. Ermäßigt beträgt der Eintrittpreis für Schüler, Studenten und andere Berechtigte 9,- Euro pro Tag. Geöffnet ist das Echtdampf-Hallentreffen am Freitag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, Samstag von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr und am Sonntag bis 17:00 Uhr.

Auf das Interesse der Besucher werden auch die verschiedenen Workshops stoßen, bei denen sie zum Teil selbst Hand anlegen können. Nach Angaben des Veranstalters beschäftigt sich ein Workshop mit der Verbindungstechnik im Dampfmodellbau. Hier stehe das Pressen, Schweißen, Nieten und Löten auf dem Programm. Ein weiterer Workshop habe die Erklärung und Vorführung von Heißluftmotoren zum Inhalt. Die verschiedenen Steuertechniken sollen dort anschaulich und verständlich erklärt werden. Die Workshops seien kostenfrei und könnten ohne Voranmeldung besucht werden, verspricht “Messe Sinsheim” in einer Pressemitteilung.

Bildergalerie des Echtdampf-Hallentreffens (Messe Sinsheim)

Modellbahnfans aus ganz Europa werden vom 18. bis 21. November in Köln erwartet. Organisiert von der Messegesellschaft Sinsheim, startet dort eine der größten Ausstellungen in Europa. Zu sehen sind nach Infiormationen des Veranstalters, neben allen nahmhaften Herstellern auch zwölf Schauanlagen. Für Freunde der Gartenbahn wird  die Anlage der Spur II-Projektgruppe Härtsfeldbahn besonders interessant sein. Sie  kommt mit der Anlage “Aalen-Härtsfeldbahn” nach Köln. Auf der Anlage ist der Bahnhof Aalen, eine Kiesgrube mit Verladestation und ein weiterer Bahnhof zu sehen. Ein kleines “Kino” für die Besucher zeigt Videofilme vom Vorbild der Bahnstrecke. Parallel zum Messe findet traditionell auch das Kölner Echtdampftreffen statt.

Neben verschiedenen Anlagen in den Spurweiten Z bis 0 werden bei der Modellbahnausstellung auch Echtdampfmodelle gezeigt. Laut Ausstellerverzeichnis präsentiert Wolfgang Weißert seine selbst gebauten Lokomotiven am 06. und 07.03.2010 im Albert-Einstein-Forum in Kaarst. Der Eintritt kostet 4,- Euro für Erwachsene und 1,- Euro für Kinder ab 10 Jahren. Über seine Aktivitäten informiert der Verein auf seiner Homepage.

Die Aufgabe, die Matthias Regner von seinem Vater gestellt bekommen hatte, war klar umrissen: Ein neues Einsteigermodell für den potentiellen Echtdampffreund. Herausgekommen ist Max, die erste Eigenentwicklung von Matthias Regner. Was gestandene Echtdampf-Modellbahner vielleicht skeptisch betrachten werden, sieht aus dem Blickwinkel eines Neulings vielversprechend aus: Für knapp über 200 Euro eine dampfbetriebene Lok erwerben zu können, das reizt sicherlich nicht wenige Gartenbahner, ihr Hobby um diese Komponente zu erweitern. Mit Max könnte das Hause Regner ins Schwarze getroffen haben, auch wenn es ein paar kleine Einschränkungen gibt.

Matthias Regner mit 'seinem' Max

Matthias Regner mit 'seiner' Max

Um die Echtdampflok für rund 200 Euro Kaufpreis auf den Markt bringen zu können, musste Regner einfach konstruieren. Das fällt vor allem bei der Dampferzeugung auf. Statt mit dem sonst üblichen Gas wird Max mit Brennpaste angetrieben. Die wird in einem Tiegel unter den Kessel geschoben, der zuvor per mitgelieferter Spritze gespeißt wird. 40 Milliliter Wasser sind so dimensioniert, dass der Kessel nicht trocken läuft und reichen für eine Fahrt von etwa zehn Minuten. Dann ist der “Ofen” aus. Der Antrieb erfolgt über eine Getriebeuntersetzung direkt auf eine der beiden Achsen. Weil die Steuerung fehlt, kann Max nur in eine Richtung fahren.

Detailansicht (von Max (Lokführer gehört nicht zum Lieferumfang)

Detailansicht (von Max (Lokführer gehört nicht zum Lieferumfang)

Gestandene Echtdampfbahner wird dieses “Spielzeug” nicht zufrieden stellen können, doch Anfänger bekommen mit der Max nicht nur einen erschwinglichen Einstieg geboten, sondern können sich behutsam dem Thema Dampf nähern. Vor allem interessierte, aber technisch vielleicht weniger  versierte Modelldampfbahner können sich mit dem Betrieb einer “echten” Lok vertraut machen. Wer dann Spaß am Echtdampf gefunden hat, für den wird Max sicherlich nicht die letzte Echtdampflok bleiben.  Einen Erfahrungsbericht über Max werde ich im Frühjahr hier bei Gartenbahnnachrichten einstellen.

Neu ist aber nicht nur Max. Das Programm von Regner hat 2010 gleich mehrere Veränderungen erfahren. Bekannte Modell, wie die Emma, werden nicht mehr produziert. Dafür finden Neuheiten den Weg in den Jahreskatalog. So eine neue C-gekuppelte Feldbahnlok, die den Namen Betty trägt. Sie ist nach einem Vorbild von O&K gebaut worden. Fossily, ebenfalls neu in der Regner-Echtdampf-Familie, macht seinem Namen alle Ehre, denn sie wird mit den fossilen Brennstoffen Holz und Kohle betrieben.  Der Wermutstropfen am neuen Katalog: Viele altbekannte Modell wie Else, Frieda und Wilma fallen weg. Sie können nur noch bis Mitte 2010 geordert werden.

echtdampf_karlsruhe_1

Reger Dampfbetrieb auf einer der Spur-II-Anlagen

Herzlich willkommen in Karlsruhe. Drei Tage Echtdampfhallentreffen neigen sich am Sonntagnachmittag (10.01.10) dem Ende zu. Zum ersten Mal kamen die Fans dampfbetriebener Modellfahrzeuge nach Karlsruhe. Moderne, große und helle Messehallen sorgten für eine angenehme Stimmung bei den meisten Besuchern, Modellbahnern und Ausstellern. Auch wenn die Zahl der Gäste, offenbar wegen der schlechten Witterung nach meiner Einschätzung nicht so so groß gewesen ist, wie zuletzt in Sinsheim (genaue  Zahlen legt die Messe am Montag, 11.01.10 vor). Auch ich kann erst einen Tag später als geplant nach Karlsruhe kommen. Die Anreise mit der Bahn brachte mir dann noch einmal rund zwei Stunden Verspätung ein, so dass der Rundgang recht kurz ausfiel. Alle, die trotz Eis und Schnee angereist waren, wurden mit interessanten Neuigkeiten überrascht oder genossen es, ihre Echtdampfloks auf den aufgebauten Anlagen einige Runden drehen zu lassen. Die Gartenbahnnachrichten informieren Sie heute und in den nächsten Tagen über das weltgrößte Treffen von dampfbetriebenen Fahrzeugen. Unter anderem zeige ich Ihnen, was an den Ständen verschiedener Ausssteller zu sehen war.

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