Januar 2010


Neben verschiedenen Anlagen in den Spurweiten Z bis 0 werden bei der Modellbahnausstellung auch Echtdampfmodelle gezeigt. Laut Ausstellerverzeichnis präsentiert Wolfgang Weißert seine selbst gebauten Lokomotiven am 06. und 07.03.2010 im Albert-Einstein-Forum in Kaarst. Der Eintritt kostet 4,- Euro für Erwachsene und 1,- Euro für Kinder ab 10 Jahren. Über seine Aktivitäten informiert der Verein auf seiner Homepage.

Die Aufgabe, die Matthias Regner von seinem Vater gestellt bekommen hatte, war klar umrissen: Ein neues Einsteigermodell für den potentiellen Echtdampffreund. Herausgekommen ist Max, die erste Eigenentwicklung von Matthias Regner. Was gestandene Echtdampf-Modellbahner vielleicht skeptisch betrachten werden, sieht aus dem Blickwinkel eines Neulings vielversprechend aus: Für knapp über 200 Euro eine dampfbetriebene Lok erwerben zu können, das reizt sicherlich nicht wenige Gartenbahner, ihr Hobby um diese Komponente zu erweitern. Mit Max könnte das Hause Regner ins Schwarze getroffen haben, auch wenn es ein paar kleine Einschränkungen gibt.

Matthias Regner mit 'seinem' Max

Matthias Regner mit 'seiner' Max

Um die Echtdampflok für rund 200 Euro Kaufpreis auf den Markt bringen zu können, musste Regner einfach konstruieren. Das fällt vor allem bei der Dampferzeugung auf. Statt mit dem sonst üblichen Gas wird Max mit Brennpaste angetrieben. Die wird in einem Tiegel unter den Kessel geschoben, der zuvor per mitgelieferter Spritze gespeißt wird. 40 Milliliter Wasser sind so dimensioniert, dass der Kessel nicht trocken läuft und reichen für eine Fahrt von etwa zehn Minuten. Dann ist der “Ofen” aus. Der Antrieb erfolgt über eine Getriebeuntersetzung direkt auf eine der beiden Achsen. Weil die Steuerung fehlt, kann Max nur in eine Richtung fahren.

Detailansicht (von Max (Lokführer gehört nicht zum Lieferumfang)

Detailansicht (von Max (Lokführer gehört nicht zum Lieferumfang)

Gestandene Echtdampfbahner wird dieses “Spielzeug” nicht zufrieden stellen können, doch Anfänger bekommen mit der Max nicht nur einen erschwinglichen Einstieg geboten, sondern können sich behutsam dem Thema Dampf nähern. Vor allem interessierte, aber technisch vielleicht weniger  versierte Modelldampfbahner können sich mit dem Betrieb einer “echten” Lok vertraut machen. Wer dann Spaß am Echtdampf gefunden hat, für den wird Max sicherlich nicht die letzte Echtdampflok bleiben.  Einen Erfahrungsbericht über Max werde ich im Frühjahr hier bei Gartenbahnnachrichten einstellen.

Neu ist aber nicht nur Max. Das Programm von Regner hat 2010 gleich mehrere Veränderungen erfahren. Bekannte Modell, wie die Emma, werden nicht mehr produziert. Dafür finden Neuheiten den Weg in den Jahreskatalog. So eine neue C-gekuppelte Feldbahnlok, die den Namen Betty trägt. Sie ist nach einem Vorbild von O&K gebaut worden. Fossily, ebenfalls neu in der Regner-Echtdampf-Familie, macht seinem Namen alle Ehre, denn sie wird mit den fossilen Brennstoffen Holz und Kohle betrieben.  Der Wermutstropfen am neuen Katalog: Viele altbekannte Modell wie Else, Frieda und Wilma fallen weg. Sie können nur noch bis Mitte 2010 geordert werden.

Das Stück Plastik ist kaum größer als der Daumennagen, doch für Gartenbahner, die nicht auf die üblichen Gleissysteme mit ihren festen Radien zurück greifen wollen, verspricht es die große Freiheit. Oder um es mit den Worten von Hartmut Klebsch zu sagen: “Das ist die Aufhebung des Radiendiktats.” Die Rede ist von einem Kleineisenmodell im Kleinbahnformat, das miha Modell neu im Programm hat und deren Katalog für das neue Gleissystem rechtzeitig zum Echtdampf-Hallentreffen in Karlsruhe fertig geworden war:
Neben der Kleineisennachbildung, die mit einer 3mm-Bohrung in jedem gewünschten Schwellenbett befestigt werden kann, gehören zum neuen Selbstbaugleis aus Kaarst auch genagelte Schwellenbetten (ASA-Kunststoff) von Llagas Creek in den Maßstäben 1:20,3 und 1:32. Aus eigener Produktion ist das Schwellenbett im Maßstab 1:22,5 mit Kleineisen. Hinzu kommt eine Einzelschwelle (Kunststoff) sowie einzelne Kleineisenmodelle mit Gleitbahn und für Radlenker.

Kleineisenmodell aus Kunststoff (ASA) für Code 250-Profile
Kleineisenmodell aus Kunststoff (ASA) für Code 250-Profile

Selbstverständlich hat miha mit dem neuen Gleissystem auch ein Code 250-Edelstahlprofil (europäische 1000mm-Schmalspur) im Angebot. Die angebotenen Längen reichen von 900mm bis 3.000mm; das letztgenannte muss aber selbst in Kaarst abgeholt werden. Den ersten Freilandtest hat das neue Gleissystem wohl erfolgreich bestanden. Zum Beleg hatte Hartmut Klebsch ein keines Probestück aus Eichenschwellen nach Karlsruhe zum Echtdampf-Hallentreffen mitgebracht.

Gleis mit unterschiedlich alten Eichenschwellen
Gleis mit unterschiedlich alten Eichenschwellen

Was fehlt zum kompletten Gleissystem? Die Weiche. Auch die gibt es von miha als Selbstbausatz. Weichenzungen und -Herz stammen von Llagas Creek. Ein Handmuster des Bausatzes konnte ich am Stand in Karlsruhe ansehen. Wer sich den Bau einer Weiche noch nicht zutraut, kann aber auch auf Fertigmodelle von Llagas Creek zurück greifen. Für den richtigen Abstand der Gleise sorgt eine Spurlehre, ebenfalls von Llagas Creek, die ebenso im neuen Gleiskatalog zu finden ist, wie ein Gleisprofil-Biegegerät. Andere Zubehörteile für das System kommen von Massoth (Schraubverbinder).
Mit seinem Gleissystem hat Hartmut Klebsch eine interessante Alternative zu den bestehende Systemen entwickelt, die sich vor allem an Modellbahner richtet. Aber auch Gartenbahner, die bislang eines der Fertigsysteme genutzt haben, könnte das System zum Einstieg in den Selbstbau reizen. Geschickt hat miha das Angebot um das bestehende Sortiment von Llagas Creek ergänzt und so ein eigenes Gleissystem aufgebaut. Für die Gartenbahnnachrichten werde ich das miha-Selbstbaugleis testen und anschließend hier über meine Erfahrungen berichten.

Heinz Knodel zeigt den Querschnitt eines Trassenelement

Heinz Knodel zeigt den Querschnitt eines Trassenelement

Bauunternehmer Heinz Knodel stellte ein neues, 50 Zentimeter langes Element seiner Betontrassenstücke vor. Anders als die längeren Varianten ist dieses nicht mit einem eingelassenen Eisendraht verstärkt. Wegen der kleineren Formats soll es aber ebenso stabil sein, wie die übrigen Formteile. Neben den Spurelementen bietet er weiterhin auch Viaduktesteine und Bruchstein-Verblendungen an.

Neuer Bahnhof aus der Modellwerkstatt

Neuer Bahnhof aus der Modellwerkstatt

Einen neuen Modellbausatz stellte Bertram Heyn beim Echtdampf-Hallentreffen vor. Es ist der Nachbau des Stationsgebäudes Calefeld der Kreisbahn Osterode-Kreiensen aus der Zeit der Jahrhundertwende. Das hübsche Kleinbahnhofmodell kostet 149,- Euro. Mit dem neuen Standort des Treffens in Karlsruhe zeigt sich Heyn sehr zufrieden.

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Reger Dampfbetrieb auf einer der Spur-II-Anlagen

Herzlich willkommen in Karlsruhe. Drei Tage Echtdampfhallentreffen neigen sich am Sonntagnachmittag (10.01.10) dem Ende zu. Zum ersten Mal kamen die Fans dampfbetriebener Modellfahrzeuge nach Karlsruhe. Moderne, große und helle Messehallen sorgten für eine angenehme Stimmung bei den meisten Besuchern, Modellbahnern und Ausstellern. Auch wenn die Zahl der Gäste, offenbar wegen der schlechten Witterung nach meiner Einschätzung nicht so so groß gewesen ist, wie zuletzt in Sinsheim (genaue  Zahlen legt die Messe am Montag, 11.01.10 vor). Auch ich kann erst einen Tag später als geplant nach Karlsruhe kommen. Die Anreise mit der Bahn brachte mir dann noch einmal rund zwei Stunden Verspätung ein, so dass der Rundgang recht kurz ausfiel. Alle, die trotz Eis und Schnee angereist waren, wurden mit interessanten Neuigkeiten überrascht oder genossen es, ihre Echtdampfloks auf den aufgebauten Anlagen einige Runden drehen zu lassen. Die Gartenbahnnachrichten informieren Sie heute und in den nächsten Tagen über das weltgrößte Treffen von dampfbetriebenen Fahrzeugen. Unter anderem zeige ich Ihnen, was an den Ständen verschiedener Ausssteller zu sehen war.

Die Gartenbahnnachrichten wollen interessierte Freunde der großen Modellbahn künftig regelmäßig mit aktuellen Meldungen, Berichten und Reportagen informieren. Deshalb möchte ich gerne wissen, welche Themen Sie interessieren. Schreiben Sie mir Ihre Themenvorschläge an themenvorschlag@gartenbahnnachrichten.de.

Die Gartenbahn-Nachrichten wünschen ein frohes neues Jahr, Gesundheit und Erfolg sowie viel Spaß für die Gartenbahnsaison 2010.